Evangelische Kirchengemeinde Glems + Dorfgemeinschaftshaus Glems

Baubeginn: April 2014
Fertigstellung: Sept. 2015
Projektpartner: Birgit Keppler/Christopher Schenk

PLAN_i architekten - Projekt Glems

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Das Außergewöhnliche und die eigentliche Herausforderung an diesem Projekt war, dass wir es mit zwei Bauherren unter einem gemeinsamen Dach zu tun zu hatten.

Wir meinen alle Beteiligten können heute stolz darauf sein, dass sich diese Offenheit und Heiterkeit, die wir uns für dieses Haus immer gewünscht haben, heute im Gebäude wieder spiegelt und an diesem Ort spürbar ist.

Der Start war ziemlich holprig!

Aus der ursprünglich gedachten Sanierung und Renovierung des kirchlichen Gebäudeteils wurde ein umfassender Umbau. Das Haus war, insbesondere im Inneren, in einem bemitleidenswerten Zustand. Elektrische Installationen waren provisorisch auf den Wänden verkabelt, die sogenannte Küche war vom Tageslicht verschont und lud nicht zum geselligen Kochen ein, die Gruppenräume zu kein und verwohnt. Rückseitig hing in einem baufälligen Holzverschlag, frei in der Luft ein Klosett aus den Zeiten, in denen das dort Zurückgelassene, nicht etwa über die Kanalisation der Kläranlage zugeführt, sondern der Schwerkraft folgend im freien Fall dem darunter fließenden Glemsbach anvertraut wurde.

Um die Gruppenräume zu vergrößern, wurde das neue, brandschutztechnisch notwendige Treppenhaus um eine Gebäudeachse Richtung Scheune gedreht und konnten so die freiwerdende Fläche der dadurch verzichtbaren Holztreppe den Gruppenräumen zuschlagen. Der Dachstuhl musste wegen der erforderlichen Wärmedämmung erneuert werden. Ebenso war die Erneuerung der Heizung, der Elektro- und Sanitärinstallationen vorgesehen.

Als die Planung genehmigungsreif war, kam ein weiteren Planungsauftrag über ein Dorfgemeinschaftshaus in dem angrenzenden Scheunenteil dazu. Bot sich doch jetzt die Chance, den für uns sehr unbefriedigenden Umstand aufzuheben, nämlich die eine Hälfte dieses wichtigen, ortsbildprägendes Bauwerks in Glems unberücksichtigt lassen zu müssen, und ein komplettes Werk zu schaffen.

Von nun an waren wir zu dritt!

Zunächst galt es die Planung auf der städtischen Seite voranzubringen und zu einem harmonisches Ganzen zusammenzufügen. Anfängliche Überlegungen, die bestehende offene Holzkonstruktion der Scheune zu sanieren und ihren Charme und Charakter für das neue Dorfgemeinschaftshaus nutzbar zu machen, mussten leider verworfen werden, da der berechtigte Wunsch nach möglichst großen stützenfreien Räumen so nicht verwirklicht werden konnte. Die Entscheidung für einen vollständigen Neubau war nicht unumstritten, aber letztlich planerisch und wirtschaftlich sinnvoll und ich meine das Ergebnis gibt den Befürwortern heute Recht. Allerdings war die Vorgabe der Stadtplanung, den Neubau innerhalb der alten Gebäudeumrisse zu realisieren.

Nun zeigte sich, dass es eine zukunftsgerichtete Entscheidung war, schon in der kirchlichen Planung die vertikale Erschließung an die Nahtstelle der beiden Gebäudeteile zu legen. Somit konnte die Planung der Kirchengemeinde nahezu unverändert bleiben und das Foyer mit den Nebenräumen und der Saal mit seiner Empore tangential angedockt werden. Die Sanitärbereiche im Eingangsgeschoß können bei Feierlichkeiten im Freien jederzeit unabhängig vom Saal genutzt werden.

Dass der Neubau der Selbstverpflichtung der Stadt Metzingen zu einem hohen energetischen Standard entspricht, ist ebenso selbstverständlich, wie das Gebäude durch den Aufzug im Treppenhaus barrierefrei gestaltet ist.

Die außenliegende Stahltreppe stellt auch im Brandfall die Entfluchtung des Gebäudes sicher.

 

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